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Weihnachtszeit

Letzthin bin ich auf das folgende Gedicht gestossen, welches der Schauspieler Udo Schenk rezitiert und das unten auch als Text eingefügt ist.

Aber Vorsicht, beginnt es doch mit Humor und ev. einem Lachen, es endet nicht grad in einem Happyend. Dennoch fühlte ich mich angesprochen.

 

Ich wünsche euch besinnliche Weihnachten.


Weihnachtszeit

(Robert Sontheimer)

1. Strophe
Draußen schneit’s, es ist soweit,
begonnen hat die Weihnachtszeit.
Der Opa holt vom Abstellraum
Den Weihnachtsschmuck und schmückt den Baum.
2. Strophe
Sein Enkel hilft, so gut er kann
Und freut sich auf den Weihnachtsmann.
Zum Schluß die Lämpchen dran noch schnell,
den Stecker rein, schon strahlt er hell.
3. Strophe
Da wird der Opa nachdenklich.
Wie war das früher eigentlich?
Die Kerzen waren da noch echt,
aus Wachs mit Docht, das war nicht schlecht.
Der Enkel aber glaubt es kaum:
„Echte Kerzen an dem Baum???“
4. Strophe
Die Zeit jedoch bleibt niemals stehn
und fünfzig weitre Jahr‘ vergehn.
Der Enkel – längst erwachsen schon –
hat heute selbst nen Enkelsohn.
5. Strophe
Und wieder schneit’s zur Weihnachtszeit.
Ja wieder mal ist es so weit.
Der Opa holt vom Abstellraum
wie jedes Jahr den Plastikbaum.
6. Strophe
Sein Enkel hilft so gut er kann
und freut sich auf den Weihnachtsmann.
Der Christbaumschmuck wird angebracht.
Schon strahlt der Plastikbaum voll Pracht.
7. Strophe
Da wird der Opa nachdenklich.
Wie war das früher eigentlich?
Da war der Weihnachtsbaum noch echt,
frisch aus dem Wald, das war nicht schlecht.
Der Enkel aber glaubt es kaum:
„Im Wohnzimmer ’nen echten Baum???“
8. Strophe
Die Zeit bleibt doch auch jetzt nicht stehn
und nochmal fünfzig Jahr vergehn.
Der Enkel – längst erwachsen schon –
hat wiederum ’nen Enkelsohn.
9. Strophe
Und schneit‘ s auch draußen noch so sehr,
das Weihnachtsfest, das gibt’s nicht mehr.
Man holt nichts mehr vom Abstellraum
und hat auch keinen Weihnachtsbaum.
10. Strophe
Der Enkel denkt auch nicht daran,
hat nie gehört vom Weihnachtsmann.
Auch vieles andre gibt’s nicht mehr.
Die ganze Welt wirkt ziemlich leer.
11. Strophe
Da wird der Opa nachdenklich.
Wie war das früher eigentlich?
Da feierte man wirklich echt
ein Fest mit Baum, das war nicht schlecht.
Der Enkel aber glaubt es kaum
und fragt erstaunt: „Was ist ein Baum???“